Ein lang gehegter Wunsch erfüllt sich / Fertigstellung Ende 2027
(Wellaune/Wsp/ny). Viele Wellauner haben den 18. April lange herbeigesehnt. An jenem Samstag wurde der offizielle erste Spatenstich vollzogen, der den Beginn der Bauarbeiten für die neue Ortsumgehung Wellaune markiert. Die Neubaustrecke ist genau drei Kilometer lang.
Noch vor dem Bad Dübener Stadtteil verlässt die Bundesstraße 2 von Leipzig her kommend die bisherige Strecke und biegt rechts in Richtung Schweinefarm ab. Nur wenig später nimmt sie die Bundesstraßen 183a und 107 auf und vereint geht es einige Meter tiefer gelegen in leichtem Bogen durch die Muldeaue. Der Kohlhaas-Wanderweg wird gekreuzt, um dann wieder auf die alte Streckenführung zu kommen, die alle drei Bundesstraßen vereint zur Muldebrücke führt.
„In Wellaune, einer kleinen, malerischen Gemeinde am Rand der Dübener Heide, rollen täglich rund 11.000 Fahrzeuge mitten durch den Ort“, weiß Regina Kraushaar. Wie Sachsens Infrastrukturministerin hinzufügte, bedeutet das Lärm, Abgase und riskante Verkehrssituationen. Das betrifft nicht nur die Verkehrsteilnehmer selbst, sondern auch die Menschen, die dort wohnen, insbesondere Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. So sei die Ministerin froh, dass Wellaune endlich von gezielten Investitionen mit spürbarem Nutzen für die Anwohner profitiert.
„Der Bund investiert hier in eine leistungsfähige und sichere Infrastruktur“, ist sich Christian Hirte sicher. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr betont die Wichtigkeit der Ortsumgehung im Netz der Bundesfernstraßen. Die neue Trasse ist insbesondere des Überschwemmungsgebietes und des Naturschutzes in der Muldeaue wegen, technisch und bauplanerisch anspruchsvoll“, erklärt Gabriele Ladewig. Die hohen Anforderungen an die Planungen ergaben sich auch, weil der Hochwasserschutz des bestehenden Polders gewährleistet bleiben muss. Das erfordert eine sorgfältige und enge Zusammenarbeit vieler Beteiligter.
Die vorbereitenden Arbeiten für den Baubeginn laufen schon seit August 2024. Dazu gehören Baugrunduntersuchungen, Grunderwerb, Baumfällungen und landschaftspflegerische Maßnahmen. Außerdem kam es im Zuge der Vorbereitungen zu umfangreichen archäologischen Untersuchungen, die Spuren spätbronzezeitlicher Siedlungen- und Bestattungsareale sowie Gebäudegrundrisse aus der Römischen Kaiserzeit zu Tage brachten.
Die Gesamtkosten der neuen Trasse betragen rund 14 Millionen Euro, die aus dem Haushalt der Bundesrepublik Deutschland finanziert werden. Während der Bauzeit ist mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Unter den Anwesenden befanden sich auch Vertreter der Bürgerinitiative, die in den zurückliegenden nunmehr 25 Jahren für die Ortsumgehung kämpfte. In Anerkennung an ihren steten Einsatz bekam die langjährige Vorsitzende Gisela Jäschke die Ehrenamtsmedaille der Stadt Bad Düben überreicht.