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Landschaftsmuseum: Spezielle Forstkarte aus dem Jahr 1813 aufgetaucht

Museumsleiterin Franziska Heßler-Husung (l.) und Mitarbeiterin Julia Krampitz betrachten gemeinsam mit Jürgen Kristin vom Betreuungsforstamt die alte Forstkarte. Foto: (Wsp) Nyari

(Bad Düben/Tornau/Wsp/ny). Im vergangenen Oktober fand im Landschaftsmuseum der Dübener Heide die beliebte Veranstaltung „Rendezvous mit einem Unbekannten (Objekt)“ im kleinen Rahmen statt. Als alle mitgebrachten Gegenstände der Gäste begutachtet und durchdiskutiert waren, holte Franziska Heßler-Husung zwei alte Karten aus dem Archiv. Wie die Museumsleiterin bemerkte, handele es sich um eine kurz zuvor getätigte Schenkung von einem Herrn aus Grimma.
Schon in der damaligen Runde bat sie um Hilfe, um zu erkennen, um was für ein Kartenmaterial es sich handeln könnte. Auf dem Kartenabschnitt befindet sich nur Wald, keine Stadt und auch kein Ort in der Nähe. Zumindest war man sich dahingehend einig, dass es sich um ein Areal in der Dübener Heide handeln müsse und der Ort Tornau wohl nicht weit sei. Das Burgpersonal nahm daraufhin Kontakt zu Jürgen Kristin auf, der im anhaltischen Betreuungsforstamt Dessau arbeitet und in Söllichau wohnt. Dieser Mann müsse sich doch bestimmt auskennen! Und tatsächlich: Bei einem Treffen auf der Burg Düben konnte der Diplom-Forstingenieur Auskunft erteilen. „Bei den beiden erhaltenen Karten handelt es sich um zwei Forstgrundkarten der Königlich Preußischen Oberförsterei Tornau mit Sitz auf dem Eisenhammer. Abgebildet ist ein Teil des Forstreviers Grenzhaus“, ist sich Kristin sicher. Ganz oben rechts steht in einer alten Schrift sehr klein geschrieben „aufgenommen im Jahre 1813“. Somit ist der Zustand der Forsteinrichtung vom Beginn des 19. Jahrhunderts abgebildet.
Wie weiter zu erfahren war, sei die Forsteinrichtung eine langfristige Planung und Kontrolle im Forstbetrieb, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherzustellen. Sie umfasst laut Kristin die Inventur des Waldzustandes sowie die Festlegung von Holzernte und Pflegeeingriffen und dient der forstlichen Nachhaltigkeit sowie der langfristigen Betriebsorganisation. In der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen erhielten die Forstdienststellen aus der Landeshauptstadt Berlin 1819 eine „Neue Instruktion für die Königlich preußischen Forst-Geometer und Forsttaxatoren“, die eine einheitliche Forstvermessung regelte. In dieser Zeit entstanden die ältesten preußischen Forstkarten unserer Region, die in etwa alle zehn Jahre überarbeitet, also aktualisiert wurden. Jürgen Kristin konnte den Museumsmitarbeiterinnen die Buchstaben, Zahlen und Begriffe auf dem Papier näher erläutern und verglich sie mit Kartenmaterial jüngeren Datums. Außerdem suchte man gemeinsam mit Lupen die Bereiche noch einmal genau ab und konnte weitere Details feststellen. Man erkannte die Grenze zum Königlichen Amte Pretzsch und die Grenze zum Amte Düben und Söllichau. Eine breite Linie mit der Bezeichnung „Post- und kommerzielle Straße, Wittenberg-Düben-Leipzig“ ist die heutige B2. Auch der Reichsapfelweg sowie die Wege „Der halbe Mond“ und „Das Flügelhorn“ sind ebenfalls eingetragen. Des Weiteren ist der Standort der heutigen sogenannten Studentenwiese unweit des Luthersteins erkennbar.
Um weitere unbekannte Objekte geht es bei der öffentlichen Veranstaltung „Im kleinen Rahmen“ am 28. März, 14 bis 16 Uhr. Zeigen Sie Ihre Schätze den interessieren Mitstreitern, mutmaßen und diskutieren Sie bei Kaffee und Gebäck über Objekte, Dokumente oder Fotografien! Veranstaltungsort ist das Landschaftsmuseum der Dübener Heide auf Burg Düben. Eine Anmeldung ist erforderlich (Tel.: 034243 / 23691 oder E-Mail: museum@bad-dueben.de).